Sonntag       Judica                       29. 3. 2020

 

Wochenspruch     Matthäus 20,28

 

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse,

sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.

 

 

Psalm 43

 

1  Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache wider das treulose Volk

und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

 

2  Denn du bist der Gott meiner Stärke:

Warum hast du mich verstoßen?

Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?

 

3  Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten

und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

 

4  dass ich hineingehe zum Altar Gottes,

zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,

und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

 

5  Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott;

denn ich werde ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

 

 

Wochenlied           EG 97            Holz auf Jesu Schulter

 

Holz auf Jesu Schulter,

von der Welt verflucht,

ward zum Baum des Lebens

und bringt gute Frucht.

Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen.

Ruf uns aus den Toten,

lass uns auferstehn.

 

 

Evangelium                       Markus 10, 35-45

 

35  Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, was wir dich bitten werden.

36  Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue?

37  Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit.

38  Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?

39  Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde;

40  zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist.

41  Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes.

42  Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an.

43  Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein;

44  und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein.

45  Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

 

Predigttext

 

Hebräer 13, 12-14

12  Darum hat auch Jesus, um durch sein eigenes Blut

das Volk zu heiligen, ausserhalb des Tors gelitten.

13  Lasst uns also vor das Lager hinausziehen zu ihm

und seine Schmach tragen,

14  denn wir haben hier keine bleibende Stadt,

sondern die zukünftige suchen wir.

 

 

Judica heißt der Sonntag. Das heißt: Richte. Sei Gerecht. „Schaffe mir Recht.“ So ruft der Psalmbeter zu Gott. Gegen Ende der Passionszeit werden wir durch den Hebräerbrief daran erinnert, dass wahre Gerechtigkeit nur durch Gott geschaffen wird. Wir werden daran erinnert, dass wir nur durch Gott gerechtfertigt werden können und nur durch Gottes Sohn erlöst.

„Christi Blut für dich vergossen.“ So heißt es beim Abendmahl.

Es fällt manchen Menschen schwer, dass für sich anzunehmen, dass ein Mensch für ihn so grausam gelitten hat. Aber so heißt es. Christus hat für uns gelitten. Der Hebräerbrief sagt uns, wir haben einen Hohenpriester, der selber zum Opfer wird.

Außerhalb der Stadt wurde er gekreuzigt.

So wie die Leiber der Tiere, deren Blut durch den Hohepriester als Versöhnungsopfer in den heiligen Bezirk gebracht wurde, außerhalb des Lagers verbrannt wurden, so ist Jesus außerhalb der Stadt hingerichtet worden. Und den Kreuzbalken mussten die Verurteilten noch selber schleppen. Zur Grausamkeit kam noch die Entwürdigung.

Christus ist geopfert worden, um dadurch die Sünden vieler Menschen wegzunehmen (Hebr 9,28).

Die Stadt, vor deren Toren Jesus umgebracht wurde, ist auch Bild für diese Welt, diese Gesellschaft, die nicht bleiben.

Auf die zukünftige Stadt – das himmlische Jerusalem – warten wir.

Das bedeutet zugleich: Auf die Wiederkunft des Herrn warten wir. Amen

 

[Pfr. F.D. Plasan]