Sonntag Palmarum                                            5. April 2020

 

Wochenspruch

Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben." (Johannes 3, 14 b.15

 

Psalm aus dem Neuen Testament                                                   Phil 2, 6-11

 

6  Er, der in göttlicher Gestalt war,

hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,

7  sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an,

ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.

8  Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode,

ja zum Tode am Kreuz.

9  Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben,

der über alle Namen ist,

10  dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie,

die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,

11  und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist,

zur Ehre Gottes, des Vaters.

 

 


 

Wochenlied

 

Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken                              EG  91

 

(1)  Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,

mich in das Meer der Liebe zu versenken,

die dich bewog  von aller Schuld des Bösen

uns zu erlösen

 

(4)  Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen;

Gott ist die Lieb und lässt die Welt erlösen.

Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken

am Kreuz erblicken.

 


 

Predigttext                                                           Palmsonntag         5. April 2020

Markus 14 3-9                                                        Die Salbung in Bethanien (ZB)

 

3  Als er in Bethanien im Haus Simons des Aussätzigen war und bei Tisch saß,

kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll echten, kostbaren Nardenöls;

sie zerbrach das Gefäß und goss es ihm über das Haupt.

 

4  Da wurden einige unwillig und sagten zueinander:

Wozu geschah diese Verschwendung des Öls?

 

5  Dieses Öl hätte man für mehr als dreihundert

Denar verkaufen und den Erlös den Armen geben können.

Und sie fuhren sie an.

 

6  Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bringt ihr sie in Verlegenheit?

Sie hat eine schöne Tat an mir vollbracht.

 

7  Arme habt ihr ja allezeit bei euch und könnt ihnen Gutes tun,

sooft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit.

 

8  Was sie vermochte, hat sie getan.

Sie hat meinen Leib im Voraus zum Begräbnis gesalbt.

 

9  Amen, ich sage euch:

Wo immer in der ganzen Welt das Evangelium verkündigt wird,

da wird auch erzählt werden, was sie getan hat, zu ihrem Gedächtnis.

 

                   

Briesen, Himmelfahrt Maria Magdalenas


 

Die Salbung in Bethanien                                            Markus 14 3-9

 

Die Passionszeit geht zu ende. Wir nähern uns dem düsteren Höhepunkt.

Die Karwoche liegt vor uns. Und der Predigttext weist auf Jesu Tod hin.

An diesem Sonntag soll erzählt werden, was eine Frau für Jesus getan hat.

Sie salbt seinen Kopf mit kostbarem Öl, während er bei einem Gastmahl in Bethanien vor den Toren Jerusalems war.

Im Alten Orient wurden Gäste mit duftendem Öl geehrt, aber nur mit ein paar Tropfen. Diese Frau aber leert das ganze Gefäß auf Jesu Haupt aus.

Verschwendung ist das für sparsame Leute die auch gleich darauf hinweisen, was man mit solch einem Wert hätte Gutes tun können.

Verschwendung war es nicht. Verschwenderisch handelte die Frau aber schon. Weil sie es aus Liebe tat. Liebe ist verschwenderisch und nicht sozial.

Und Jesus nimmt sie in Schutz. Die anderen sollen nicht an ihr rummäkeln, sollen ihr keine Vorschriften machen. Er beschwichtigt die Leute nicht. Nein, er geht viel weiter und sagt: Sie hat eine schöne Tat an mir vollbracht.

Armen Gutes tun könnt ihr später immer noch - sooft ihr wollt.

Mich habt ihr aber nicht, so lange ihr wollt.

Jesu Zeit auf Erden geht zu ende. Jesus weist auf seinen Tod.

Da geht es um mehr als ein soziales Gewissen.

Eine Totensalbung fand nur im Johannesevangelium statt, wie wir aus den Ostergeschichten erfahren.

Jesus sagt hier, die Frau hat ihn im Voraus gesalbt.

Die Salbungsgeschichte von Bethanien wird von allen Evangelisten erzählt.

Bei Markus und Matthäus ist von einer Frau die Rede.

Bei Lukas ist es eine Sünderin. Und bei Johannes hat sie einen Namen:

Maria, die Schwester von Martha.

Diese Maria gilt seit dem 6. Jahrhundert als Maria Magdalena.

Und diese ist nicht nur die wichtigste Frau im Jüngerkreis um Jesus, sondern auch die wichtigste Osterzeugin. Sie ist die tragende Gestalt durch die düstersten Tage der Passion zum Ostermorgen hin.

In der Briesener Kirche ist Maria Magdalena an der Ostwand über der Kreuzigungsgruppe zu sehen.

Sie erweist Jesus Verehrung und Liebe, wo andere nur auf- oder abrechnen.

An sie sollen wir denken, wo immer in der ganzen Welt das Evangelium verkündigt wird.                                   Amen