Ostersonntag 2020

 

Spruch

 

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offenbarung 1,18

 

 

Psalm 118

 

14 Der Herr ist meine Macht und mein Psalm

und ist mein Heil.

15 Man singt mit Freuden vom Sieg / in den Hütten der Gerechten:

Die Rechte des Herrn behält den Sieg!

16 Die Rechte des Herrn ist erhöht;

die Rechte des Herrn behält den Sieg!

17 Ich werde nicht sterben, sondern leben

und des Herrn Werke verkündigen.

18 Der Herr züchtigt mich schwer;

aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

19 Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,

dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke.

20 Das ist das Tor des Herrn;

die Gerechten werden dort einziehen.

21 Ich danke dir, dass du mich erhört hast

und hast mir geholfen.

22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,

ist zum Eckstein geworden.

23 Das ist vom Herrn geschehen

und ist ein Wunder vor unsern Augen.

24 Dies ist der Tag, den der Herr macht;

lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

 

 

             Christus auf dem Osterbild, Briesen

 

 

Evangelium

 

Die Botschaft von Jesu Auferstehung                                   Markus 16

1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.

2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.

3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?

4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.

5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.

6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.

7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.

8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.

 

 

Predigttext                                     1. Kor 15,19 –28

 

Wenn wir allein für dieses Leben unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben, dann sind wir erbärmlicher dran als alle anderen Menschen.

Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden, als Erstling derer, die entschlafen sind.

Da nämlich durch einen Menschen der Tod kam, kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.

Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus auch alle zum Leben erweckt werden.

Jeder aber an dem ihm gebührenden Platz: als Erstling Christus, dann die, die zu Christus gehören, wenn er kommt.

Dann ist das Ende da, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergibt, wenn er alle Herrschaft, alle Gewalt und Macht zunichte gemacht hat.

Denn er soll herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füsse gelegt hat.

Als letzter Feind wird der Tod vernichtet.

Denn alles hat er ihm unterworfen, unter die Füsse gelegt. Wenn es aber heisst: Alles ist ihm unterworfen, so ist klar: mit Ausnahme dessen, der ihm alles unterworfen hat.

Wenn ihm dann alles unterworfen ist, wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei.

 

 

Ostersonntag               1. Kor 15,19 –28

 

Christlicher Glaube ist Osterglaube oder gar keiner.

An Christus glauben heißt Ostern ernst nehmen,

auch wenn es unsere Vorstellung übersteigt.

Hätten es in Jerusalem kein Osterereignis gegeben, dann hätte es auch kein Pfingsten gegeben – mit der ersten christlichen Predigt durch den Fischer Petrus.

Und dann wäre auch niemand auf die Idee gekommen, das Weihnachtsfest einzuführen.

Ohne Tod und Auferstehung kein Geburtstagsfest.

Das heißt: Ohne Karfreitag und Ostern kein Weihnachtsfest und auch sonst keine christlichen Feiertage.

Aber warum Ostern?

Paulus, der gelehrte Jude schaut auf das Alte Testament.

Es geht um Sünde und Versöhnung, Tod und Sühne.

Adam ist laut Paulus Beispiel für den Menschen an sich, der sündigt und den Tod verdient hat. Im 1. Mosebuch (3, 19) heißt es: „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.“.

Dagegen ist Christus der Erstling, ursprünglich das erste Dankopfer aus der Ernte.

Jesus ist der erste der Auferstandenen, dem die Erlösten folgen werden.

Otto von Schwerin dichtete: „Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht“ (Ev. Gesangbuch Nr. 526, Vers 2).

Die Auferstehung Jesu ist somit das Vorspiel der allgemeinen Auferstehung und Überwindung jeder Knechtung.

Die große Befreiung geschieht dadurch, dass dem Tod die Macht genommen wurde. Wer vor dem Tod keine Angst hat, dem kann niemand drohen.

Für Paulus bedeutet Auferstehung nicht sanftes Entschweben der Seele, sondern Neuschöpfung nach wirklichem Tod. Der Tod wird nicht geleugnet.

Aber weil es Ostern gibt, weil Christus erschienen ist, fragt Paulus:

Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? (1. Kor 15, 55)

Christliche Hoffnung bedeutet: Auch wenn wir sterben, bleiben wir unter Gottes Herrschaft und sein Eigentum, von ihm geliebt (frei nach Karl Barth).

Paulus sagt uns: Weil Christus auferstanden ist, haben wir Hoffnung.

Und ganz am Ende wird Gott „alles in allem“ sein.                        Amen