Karfreitag   2020

 

Spruch

 

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.                   (Johannes 3, 16)

 

 

Psalm 22, 2-9. 12. 16. 19-20

 

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.

3 Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht,

und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

4 Aber du bist heilig,

der du thronst über den Lobgesängen Israels.

5 Unsere Väter hofften auf dich;

und da sie hofften, halfst du ihnen heraus.

6 Zu dir schrien sie und wurden errettet,

sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.

7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch,

ein Spott der Leute und verachtet vom Volk.

8 Alle, die mich sehen, verspotten mich,

sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:

9 »Er klage es dem Herrn, der helfe ihm heraus

und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.«

12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe;

denn es ist hier kein Helfer.

16 Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe,

und meine Zunge klebt mir am Gaumen,

und du legst mich in des Todes Staub.

19 Sie teilen meine Kleider unter sich

und werfen das Los um mein Gewand.

20 Aber du, Herr, sei nicht ferne;

meine Stärke, eile, mir zu helfen!

 

 

                     Briesen, Altar

 

Evangelium

 

Johannes 19, 16-30                              Jesu Kreuzigung und Tod

 

°Sie nahmen ihn aber, und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha.

°Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten,

Jesus aber in der Mitte.

 Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König.

 Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache.

 Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der Juden König.

 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.

 Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock.

Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück.

 Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten.

 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena.

 Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn!

 Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter!

Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

 Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war,

spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet.

 Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund.

 Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht.

Und neigte das Haupt und verschied.

 

 

O Haupt voll Blut und Wunden                                EG  85

 

(1)  O Haupt voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn,
o Haupt, zum Spott gebunden
mit einer Dornenkron,
o Haupt, sonst schön gezieret
mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber hoch schimpfieret:
gegrüßet seist du mir!

(2)  Du edles Angesichte,
davor sonst schrickt und scheut
das große Weltgewichte:
wie bist du so bespeit,
wie bist du so erbleichet!
Wer hat dein Augenlicht,
dem sonst kein Licht nicht gleichet,
so schändlich zugericht'?

(4)  Nun, was du, Herr, erduldet,
ist alles meine Last;
ich hab es selbst verschuldet,
was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer,
der Zorn verdienet hat.
Gib mir, o mein Erbarmer,
den Anblick deiner Gnad.