Gründonnerstag  2020

 

Spruch

Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder,

der gnädige und barmherzige Herr. (Ps 111,4)

 

Psalm 111

Halleluja! Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen

im Rate der Frommen und in der Gemeinde.

Groß sind die Werke des Herrn;

wer sie erforscht, der hat Freude daran.

Was er tut, das ist herrlich und prächtig,

und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.

Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder,

der gnädige und barmherzige Herr.

Er gibt Speise denen, die ihn fürchten;

er gedenkt auf ewig an seinen Bund.

Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk,

dass er ihnen gebe das Erbe der Völker.

Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht;

alle seine Ordnungen sind beständig.

Sie stehen fest für immer und ewig;

sie sind geschaffen wahrhaftig und recht.

Er sandte Erlösung seinem Volk

und gebot, dass sein Bund ewig bleiben soll.

Heilig und hehr ist sein Name.

Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang.

Wahrhaft klug sind alle, die danach tun.

Sein Lob bleibet ewiglich.

 

 

Evangelium

 

Johannes 13, 1-15;34-35             Die Fußwaschung

 

Vor dem Passafest aber erkannte Jesus, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater. Wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.

Und nach dem Abendessen – als schon der Teufel dem Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, ins Herz gegeben hatte, dass er ihn verriete; Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging – da stand er vom Mahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich.

Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und zu trocknen mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war.

Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: Herr, du wäschst mir die Füße?

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.

Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen!

Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir.

Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt!

Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; er ist vielmehr ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.

Denn er wusste, wer ihn verraten würde; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein.

Als er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach zu ihnen: Wisst ihr, was ich euch getan habe?

Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht, denn ich bin's auch.

Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen.

Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.

 …

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt,

wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.

Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid,

wenn ihr Liebe untereinander habt.

 

 

Das Wort geht von dem Vater aus                              EG  223

 

Das Wort geht von dem Vater aus

und bleibt doch ewiglich zu Haus,

geht zu der Welten Abendzeit,

das Werk zu tun, das uns befreit.

 

Da von dem eignen Jünger gar

der Herr zum Tod verraten war,

gab er als neues Testament

den Seinen sich im Sakrament

 

gab zwiefach sich in Wein und Brot;

sein Fleisch und Blut, getrennt im Tod,

macht durch des Mahles doppelt Teil

den ganzen Menschen satt und heil.

 

[Otto Riethmüller]