Gottes große Zusage                  Epiphanias              6. Januar 2021

Wochenspruch

Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht hat schon zu leuchten begonnen.

(1 Joh 2,8b)

 

Psalm: 100

Jauchzet dem HERRN!

1 Ein Dankpsalm. Jauchzet dem HERRN, alle Welt!

2 Dient dem HERRN mit Freuden; kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!

3 Erkennt, daß der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst, zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

4 Geht zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!
5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.

 

Lied: 70 – “Wie schön leuchtet der Morgenstern”  [youtube, Link erlaubt]

 

Halleluja

Lobt den Herrn, all ihr Völker, preist ihn, all ihr Nationen!             (Ps 117,1)

 

Die Weisen aus dem Morgenland (Mosaik in Ravenna, um 565)

Von © José Luiz Bernardes Ribeiro, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52677084

 

Jesaja 60, 1-6

1 Mache dich auf, werde licht! denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir.

2 Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

3 Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln und die Könige im Glanz, der über dir aufgeht. (Offenbarung 21.24)

4 Hebe deine Augen auf und siehe umher: diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arme hergetragen werden. (Jesaja 49.18) (Jesaja 66.12)

5 Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehrt und die Macht der Heiden zu dir kommt.

6 Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des HERRN Lob verkündigen.

(Psalm 72.10) (Matthäus 2.1) 7

 

Von echten Propheten hörte man meistens Droh- und Mahnworte, Ankündigungen von Unheil. Anders als die Hofpropheten, die den Regierenden nach dem Munde redeten.

Sie redeten Tacheles [hebräisch: „Zweckmäßiges“] - Klartext.

Das ist ihnen öfter nicht gut bekommen, weshalb sich keiner um die Berufung zu diesem Amt beworben hat.

Ganz in diesem Sinne wird in letzter Zeit öfter ein geflügeltes Wort zitiert: „Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.“

Wer auf Dinge hinweist, die nicht zu den allgemein verbreiteten Sprüchen passen, macht sich unbeliebt.

Hier aber, im letzten Teil des Jesaja-Buches, darf der Prophet Tröstliches, Erfreuliches verkünden. Für sein Volk, für alle Völker. Gott wird schließlich und endlich sein Recht durchsetzen und alle Welt wird sich zu ihm bekennen.

Der Prophet zeigt auf einen Silberstreif am Horizont, ein Stück Hoffnung.

Diese Hoffnung soll antreiben – Mache dich auf!

Sie soll erleuchten – Werde Licht.

Jesus sagte später zu seinen Jüngern: “Ihr seid das Licht der Welt!”

Der Widerspruch zwischen Himmel und Erde wird aufgehoben.

Der Gegensatz zwischen Gottesgebot und Menschengesetz, zwischen Gottes Willen und unserem Tun, soll nicht mehr sein.

“Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!” Gott wird alles neu machen. Und der Anfang der Erneuerung geschah durch Jesus von Nazareth, der sagt: „Ich bin das Licht der Welt“.

Zu ihm zogen die Weisen aus dem Morgenland, weil sie eine seltsame Lichterscheinung, den Stern von Bethlehem, gesehen hatten.

Zu ihm, zum Berg Zion, nach Jerusalem soll dereinst eine Völkerwallfahrt stattfinden.

Dann, wenn alle Völker sehen, dass nicht scheinheilige Lichtgestalten ihr Heil bewirken, sondern Gott, dessen Sohn erschienen ist, weshalb am 6. Januar das Fest der Erscheinung [giechisch: Epiphanie] begangen wird.

Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott Israels ist der Herr und Erlöser der ganzen kaputten Welt.

Jesajas Bild von der Völkerwallfahrt beschreibt Gottes Zusage für alle.